Web 2.0 in deutschen Unternehmen – Stand der Dinge

am 11. July 2008 in Enterprise 2.0

Firmen stehen heute vor der Hürde, die Flut an Informationen und das Potenzial an Wissen richtig zu organisieren sowie schnell und flexibel nutzbar zu machen. Wird Enterprise 2.0 in deutschen Unternehmen bereits als Chance erkannt, diesen Herausforderungen zu begegnen? Eine aktuelle Umfrage von Berlecon Research im Auftrag von CoreMedia ist dieser Frage auf den Grund gegangen.

Im Rahmen der Studie wurden 156 leitende Angestellte aus Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern aus wissensintensiven Wirtschaftszweigen zum Thema Nutzung und Einschätzung von Web 2.0 in deutschen Unternehmen befragt. Das Ergebnis: Die Nutzung von Web 2.0-Tools in deutschen Unternehmen steckt noch in den Kinderschuhen. Ein Bewusstsein für die Relevanz der Thematik ist jedoch vorhanden.

Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist, dass Technologien wie Wikis, Blogs oder Social Bookmarking zu über 90% weder abteilungsübergreifend noch unternehmensübergreifend (ca. zu über 95%) eingesetzt werden. Die Potenziale dieser Anwendungen im Unternehmensumfeld werden folglich nur von einem geringen Anteil genutzt. Als größtes Hindernis für die Einführung von Web 2.0 werden ein unklarer Nutzen (63%) und mögliche Sicherheitsrisiken (53%) für das jeweilige Unternehmen genannt. Dagegen kämpfen vor allem die Marketing- und PR-Verantwortlichen, gefolgt von Geschäftsführung und IT-Abteilung – sie waren die treibenden Kräfte für die Einführung solcher Anwendungen.

Fazit der Studie: Die bisherige Entwicklung ähnelt stark der ersten Internetwelle, bei der erst nach einem zeitlichen Versatz der Hype auf die Unternehmen überschwappte und die Technologien in den Arbeitsalltag integriert wurden. Web 2.0 scheint in Deutschland – ohne ein klares Nutzenverständnis – auch ein langer Weg bevorzustehen. Ein Ergebnis stimmt jedoch optimistisch: Über 50% der Befragten sind der Meinung, dass Web 2.0 künftig zum Unternehmensalltag gehören wird.

2 Kommentare

  1. Nico am 12.July 2008 um 15:06 Uhr

    Eine sehr interessante Case Study gibt es von Gunter Dueck, dem IBMer der bei IBM die interne Wikipedia “Bluepedia” angeworfen hat (s. Interview auf http://www.computerzeitung.de/articles/das_ibm-intranet_kann_so_etwas_wie_ein_register_gebrauchen:/2008007/31395755_ha_CZ.html), im aktuellen Informatik Spektrum (http://www.springerlink.com/content/f312040378162wq7/). Er schildert dabei nicht nur die Erfoglsgeschichte sondern auch das Vorgehen wie mit Belegschaft und Management umgegangen wird.

  2. Christina am 14.July 2008 um 15:48 Uhr

    Wie sich die Einführung von einem “Wiki-Dings” aus Sicht von Sekretärin Molly gestaltet, ist überaus lustig im vorletzten Kapitel von “Enterprise 2.0 – die Kunst loszulassen” http://www.diekunstloszulassen.de/ dargestellt. Unbedingt lesenswert:-)

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